Debit, Credit, Charge und Prepaid – eine Übersicht über alle Kreditkartentypen

Auf der Suche nach der richtigen Kreditkarte kann man schon mal schnell die Übersicht verlieren: Man muss sich nicht nur für eine Kreditkartengesellschaft (Visa, MasterCard, American Express, etc.) und ein passendes Leistungsangebot einer Bank entscheiden, sondern wird auch noch vor die Frage gestellt, welcher Kreditkartentyp es denn sein soll. Zur Auswahl stehen hier Debit, Credit, Charge und Prepaid-Kreditkarten. Doch worin unterscheiden sich die vier Kreditkartentypen eigentlich und welcher Typ ist der richtige für welche Person? Der Fragen sind wir nachgegangen und stellen im Folgenden alle Kreditkartenarten vor.


Tipp Auf der Suche nach einer neuen Kreditkarte? In unserer Kreditkartenübersicht vergleichen wir die besten gebührenfreien Kreditkarten, mit denen man im Ausland kostenfrei zahlen und Bargeld abheben kann.

Credit: Die „echte“ Kreditkarte

Die Credit-Kreditkarte gilt als die „echte“ Kreditkarte unter den verschiedenen Kreditkartentypen, denn hier wird wirklich noch ein Kredit gewährt. Alle Umsätze (Kartenzahlungen und Bargeldabhebungen) im Rahmen des individuellen Verfügungsrahmen (Kreditkartenlimit) werden dem Kunden (in der Regel) monatlich in Rechnung gestellt, doch hat dieser die Möglichkeit eine Teilrückzahlung in Anspruch zu nehmen: Zum Beispiel ein vorab mit der Bank vereinbarter Prozentsatz vom Kartenumsatz, der monatlich abgezahlt wird – natürlich mit einer entsprechenden Verzinsung der offenen Forderungen. Viele Banken verzichten auf Wunsch aber auch auf die Teilrückzahlungs-Option und ziehen dann 100% des Kartenumsatzes monatlich ein.

Die Credit-Kreditkarte ist als klassische Kreditkarte mit der Freiheit verbunden, sich von der Bank schnell Geld leihen zu können. In der Regel ist dies aber aber mit hohen Zinsen verbunden und nicht jeder kann mit der freien Verfügbarkeit von geliehen Geld umgehen: Durch die monatliche Abrechnung kann schnell den Überblick über seine Ausgaben verlieren und sich verschulden. Da sich die Banken auch des hohen Zahlungsausfall-Risikos bewusst sind, werden Credit-Kreditkarten in der Regel nur an Kunden ausgegeben, die sich in einem unbefristeten Anstellungsverhältnis mit hohem Einkommen befinden und zudem eine sehr gute Bonität vorweisen können. Es gibt aber auch Ausnahmen: Zum Beispiel die gebührenfreie MasterCard GOLD und die payVIP Kreditkarte der Advanzia Bank – diese beiden Karten werden auch schnell an Kunden ohne regelmäßiges Einkommen und nicht ganz so guter Bonität vergeben. Warum? Ganz einfach: Die Advanzia Bank hat für diese beiden Karten einfach die Zinsen deutlich nach oben geschraubt und nutzt somit die hohen Zinseinnahmen als Risikoausgleich für den möglichen Zahlungsausfall.

Charge: Die klassische Alternative

Ähnlich wie bei der „echten“ Kreditkarte, werden auch bei der Charge-Kreditkarte alle Kartenumsätze gesammelt und in regelmäßigen Abständen abgerechnet. In der Regel findet die Abrechnung monatlich statt – einige Banken führen diese aber auch wöchentlich durch. In der Zeit bis zur Abrechnung wird meist ein zinsloser Kredit gewährt – eine Teilrückzahlung ist darüber hinaus aber nicht möglich. Auch bei Charge-Kreditkarten werden die Ausgaben durch ein entsprechendes Kreditkartenlimit begrenzt. Die Akzeptanz zur Hinterlegung einer Sicherheit (zum Beispiel bei der Autovermietung) ist normalerweise auch mit einer Charge-Kreditkarte gegeben.

Debit: Kreditkarte als Girokarte

Der Titel „Kreditkarte als Girokarte“ ist eigentlich falsch, denn es geht hier nur um die Art der Abbuchung: Wie bei einer Girokarte (EC-Karte, Maestro, V-Pay) werden auch bei der Debit-Kreditkarte alle Kartenumsätze direkt vom Girokonto des Kreditkarteninhabers abgebucht. Es gibt also kein extra Kreditkartenlimit, sondern alle Umsätze werden nur durch die Kontodeckung des Girokontos (inklusive eines ggf. bestehenden Dispokredites) limitiert. Eine direkte Abbuchung bedeutet auch, dass es keinen Kredit von der Bank gibt. Das hat einerseits den Vorteil, dass man einen guten Überblick über seine Ausgaben hat. Andererseits stellt die direkte Abbuchung ein Problem bei der Hinterlegung einer Sicherheit per Kreditkarte dar, denn es können keine Beträge „blockiert“ werden, wie es bei Credit- & Charge-Kreditkarten möglich ist. Die Konsequenz: Debit-Kreditkarten werden häufig nicht als Sicherheit bei der Anmietung eines Mietwagens akzeptiert!

Prepaid: Wenn es etwas sicherer sein soll

Prepaid-Kreditkarten funktionieren auf Guthaben-Basis. Das bedeutet, dass man die Kreditkarte erst einmal aufladen muss, bevor man den aufgeladenen Betrag für Kartenzahlungen und Bargeldabhebungen verwenden kann. Durch das Guthaben-Prinzip sind Prepaid-Kreditkarten etwas sicherer, denn es können halt nur die Geldbeträge ausgegeben werden, die zuvor aufgeladen wurden. Diese Sicherheit gilt auch für die Bank, weshalb Prepaid-Kreditkarten in der Regel an alle Kundengruppen (z.B. auch Kinder und Jugendliche) ausgestellt werden und auf auf eine Prüfung der Bonität verzichtet wird. Dafür gilt aber auch auch hier wie bei der Debit-Kreditkarte: Als Sicherheit wird eine Prepaid-Kreditkarte in der Regel nicht akzeptiert!

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